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Sendlinger Bücherbrief im September 2017

 

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Leseprobe

Peru, 1887. Augusto Berns will die verlorene Stadt der Inka gefunden haben. Doch wer ist der Mann, der vielleicht El Dorado entdeckt hat? Alles beginnt mit einem Jungen, der am Rhein Gold wäscht, der später in Berlin den glühend verehrten Alexander von Humboldt befragt. Er, Berns, will die goldene Stadt finden. Berns wagt die Überfahrt nach Peru, wo er eher zufällig zum Helden im Spanisch-Südamerikanischen Krieg wird, dann als Ingenieur der Eisenbahn Mittel für seine Expedition sammelt. Mit dem Amerikaner Harry Singer besteigt er die Höhen der Anden und schlägt sich durch tiefsten Dschungel – um schließlich an einen Ort zu gelangen, der phantastischer ist als alles, was er sich je vorgestellt hat.

Ein fesselnder, großartiger Abenteuerroman über den vergessenen Entdecker des Machu Picchu. Lesen! 

Sabrina Janesch: Die goldene Stadt. Roman. Rowohlt Berlin 2017. 528 Seiten, 22,95 Euro.

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Leseprobe

Dass Pekka Kirnuvaara ausgerechnet auf dem Zahnarztstuhl seinen Halbbruder erkennen würde, hätte er wirklich nicht geglaubt. Gleicher Nachname, gleiche Nase! Erst nach intensivem Nachbohren gibt der Zahnarzt es endlich zu: Ja, sie müssen wohl Halbbrüder sein. Esko willigt schnell ein, sich gemeinsam mit Pekka auf die Suche nach ihrem Vater zu machen. Auf dieser Reise begegnen Pekka und Esko viele weitere Halbgeschwister und ihnen wird schnell klar, ihr Erzeuger hat eine Spur von Nachkommen in der ganzen Welt gelegt. Schweden, Australien, Thailand - am Ende finden sie sich im Kreis einer internationalen Familie wieder.

Ein herrlich origineller Roman aus Finnland über Geschwisterbande, Vorurteile, Toleranz und Identität. 

Miika Nousiainen: Die Wurzel alles Guten. Roman. Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat. Nagel & Kimche 2017, 256 Seiten. 20 Euro.

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Leseprobe

Pietro und Bruno sind Freunde seit Kindheitstagen. Sie wachsen in einem Bergdorf auf - das Monte-Rosa Massiv bildet die Kulisse. Sie erkunden intensiv ihre Umgebung und damit die Natur. Später, als erwachsene Männer, trennen sich ihre Wege. Pietro wird Dokumentarfilmer, Bruno wird sein Dorf nie verlassen. Doch Pietro zieht es immer wieder zurück in die Berge, in die Stille, zurück zur Natur, zum einfachen Leben. Bruno und er führen lange Gespräche über das richtige, das gemäße Leben. Wo ist das Glück zu finden? In der Stadt oder in der archaischen Natur?

Dieser poetische Roman ist eine intensive Leseerfahrung. Wer Seethalers „Ein ganzes Leben“ mochte, wird dieses Buch genießen!

Paolo Cognetti: Acht Berge. Roman. Aus dem Italienischen von Christine Burkhardt. DVA 2017, 256 Seiten, 20 Euro.

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Das Panorama einer wahnwitzigen Zeit. Und mittendrin: Max Ernst. Er kämpft gegen die Verrücktheit einer Welt, die aus den Fugen gerät. Er flieht vor dem wilhelminischen Vater, später vor dem Nationalsozialismus. Er sucht die eine Frau, die er lieben kann. In Deutschland, im wilden Paris der Zwanzigerjahre, im Exil in den USA. Viele seiner Freunde und Frauen sind berühmte Menschen dieser Zeit: Pablo Picasso, André Breton, Leonora Carrington, Peggy Guggenheim. Im Spiegel von sechs Frauenleben entfaltet sich ein Roman über das 20. Jahrhundert und einen seiner großen Künstler.

Markus Orths erzählt so lebendig und ansteckend, dass man in jeder Zeile die Leidenschaft spürt, mit der dieser Roman geschrieben wurde.

Markus Orths: Max. Sechs Frauen, sechs Lieben, ein Jahrhundert. Roman, Hanser Verlag 2017, 576 Seiten, 24 Euro.

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Leseprobe

Juli Zehs Roman „Unterleuten“, der jetzt im Taschenbuch erschienen ist, hat seit der Veröffentlichung 2016 viel positives Echo erfahren. Dieser Gesellschaftsroman  seziert das Dorf “Brandenburg“ und seine Nachbargemeinden, die Einwohner, die Natur und alles drum herum nach der Wende. Doch der Schein trügt. Die Idylle bricht auf,  als eine Investmentfirma einen Windpark in der Nähe des Dorfes errichten möchte.  Das führt dazu, dass alte Konflikte und Streitigkeiten zwischen den alt eingesessenen Leuten und den arroganten Berliner Zugezogenen plötzlich unter dem Teppich hervorkriechen.  Schon bald bricht im Dorf die Hölle los und Schreckliches bahnt sich an.

Juli Zeh ist ein überaus gelungenes Panorama der menschlichen Psyche gelungen. Und sie stellt die berechtigte Frage: Gibt es noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? 

Juli Zeh: Unterleuten. btb Verlag 2017, 656 Seiten, Klappenbroschur, 12 Euro.

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