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Bücherbrief der Sendlinger Buchhandlung im Juli 2017 

 

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Leseprobe

Im Sommer 1986 zieht ein Paar in ein Eckhaus in Berlin. Der Mann verliert bei Renovierungsarbeiten das Gleichgewicht und stürzt in die Tiefe. Danach ist nichts mehr wie vorher. In 47 kurzen Kapiteln beschreibt Edschmid  die Jahre, die folgen. Die Autorin kontrastiert die erzwungene Verlangsamung des Alltags der beiden mit der rasanten Entwicklung innerhalb und außerhalb des Wohnhauses sowie der Stadt Berlin: wechselnde Mieter und Vermieter, der Mauerfall und andere Metamorphosen der Großstadt. Die Geschichte vom Mann, der fällt erlebt der Leser aus der Perspektive  einer Ich-Erzählerin. 

Diese sehr persönliche Schilderung ergreift den Leser und hält ihn doch, durch die prosaische Sprache des Romans, auf Distanz. Nach dem großen Erfolg ihres Romans „Das Verschwinden des Philip S.“ stellt Ulrike Edschmid erneut ihr großes Erzähltalent unter Beweis. Ein großartiges Buch. 

Ulrike Edschmid: Ein Mann, der fällt. Roman. Suhrkamp Verlag Berlin 2017, 187 Seiten, 20 Euro

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Leseprobe

Dieser Roman spielt in Neuguinea Anfang der dreißiger Jahre: Die amerikanische Ethnologin Nell Stone ist körperlich am Ende, als sie mit ihrem Mann Fen nach langer Feldforschung zu einer Kolonialstation zurückkehrt. Dort schließen sie sich dem Ethnologen Andrew Bankson aus England an. Erschöpft von vergeblichen Versuchen, die Stämme am Sepik-Fluss zu erforschen, gelangt das Trio zu den Tam, einem von Frauen dominierten Stamm.  Bei der Erforschung dieses Stammes treten die eigenen Wünsche und Begehren zutage - zwischen Nell und Andrew entwickelt sich plötzlich mehr. Die Spannungen, denen sie bald ausgesetzt sind, enden allerdings dramatisch ...

Vorbild für Lily Kings Hauptfigur Nell ist die amerikanische  Anthropologin Margaret Mead. Dieses Buch voller Exotik, Wildheit und fremder Kultur hat uns aufs das Beste unterhalten und ist endlich im Taschenbuch  erschienen.

Lily King: Euphoria. Roman. Übersetzt von Sabine Roth. dtv 2017, 272 Seiten, 10,90 Euro.

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Leseprobe

Die Schüler der „Regenbogentruppe“ sind Söhne und Töchter von einfachen Fischern und Minenarbeitern in Sumatra. Lintang, das Mathe-Genie, oder Mahar, der Künstler. Und natürlich Ikal, der zum gefeierten Schriftsteller wird.

Dieser autobiographische Roman Hiratas eröffnet uns tiefe Einsichten in das zerrissene Land Indonesien und ist endlich als Taschenbuch zu entdecken!

Andrea Hirata: Die Regenbogen-Truppe. Roman. Übersetzt von Peter Sternagel. Fischer 2017, 288 Seiten, 9,99 Euro.

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„Der Träumer“ erzählt, was aus den Kindern der Regenbogentruppe wurde - die berührende Fortsetzung des Bestsellers von Andrea Hirata: Der Träumer. Roman. Übersetzt von Peter Sternagel. S. Fischer 2017, 224 Seiten, 10 Euro

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Leseprobe

Ein Roofer, das ist jemand, der auf Dächern und Baugerüsten rumturnt und sich dabei filmen lässt.  Diese Filme laden die Jugendlichen auf Youtube hoch. Trasher, einer von Frankfurts Roofern, hat es Alice’ Freundin Nasti besonders angetan. Sie hängt in letzter Zeit viel mit den Roofern ab, Alice ist das suspekt. Nasti soll angeblich ihre Liebe zu Trasher beweisen, indem sie gemeinsam mit ihm über einen Stahlträger balanciert. Dabei will er seinen Kumpels nur imponieren. Alice lernt währenddessen den sensiblen Nikolas kennen, einen Jungen, der auf der Straße lebt. Auch er riskiert sein Leben hoch oben über den Dächern der Stadt. Alice fragt sich, ist es der Nervenkitzel wert, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen?

Ein hochspannender, atmosphärisch dichter Jugendroman!

Jutta Wilke: Roofer. Roman. Coppenrath Verlag 2017, 256 Seiten, 14,95 Euro. Ab 14 Jahren empfohlen.

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Leseprobe

Niko ist ziemlich dick, träumt sich oft in Parallelwelten und wird daher von seinen Klassenkameraden häufig gemobbt. Auf einer Klassenfahrt rettet er die hübsche Sera vor einer Grapschattacke des angesagtesten Jungen Marko. Markos Mißerfolg bei Sera hat zur Folge, dass sich Marko an Sera rächt, indem er sie bei den Klassenkameraden schlecht macht und niemand mehr mit ihr tanzen will. Die beliebte Sera wird plötzlich zur Außenseiterin. Sie macht daraufhin etwas total verrücktes und mutiges: Sera fordert Niko zum Tanz auf. 

In diesem Buch geht es um Werte, die eigene unbequeme Haltung dazu, Zivilcourage, Liebe, Verrat, die Gewalt der Sprache und darum was Freundschaft bedeutet. Sprachlich überzeugend und humorvoll. Ein Lesevergnügen mit ernstem Hintergrund.

Stefanie Höfler: Tanz der Tiefseequalle. Beltz Verlag 2017, 192 Seiten, 12,94 Euro. Ab 12 Jahren empfohlen.

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