nl-anmeldung

Bücherbrief der Sendlinger Buchhandlung im Februar 2017

 

6078305300001Z

Leseprobe

Gerade aus der Haft entlassen, konfrontiert sich die junge Pauline, mit dem  Kinofilm „Die Wahrheit“. In der Hauptrolle: die schöne Brigitte Bardot. Es ist ein Film über sie selbst und ihr Verbrechen. Pauline hat im Affekt ihren Verlobten erschossen, einen deutschen Militärarzt, dessen Geliebte sie wurde. Was nach der Befreiung Frankreichs geschah ist Teil ihrer Wahrheit, die zunächst im Verborgenen bleibt. Nachdem sie den Kinofilm über sich gesehen hat, flüchtet sie nach Marokko, wo sie unerkannt bleiben kann. Aus diesem selbstgewählten Exil erzählt sie ihre Geschichte, verliebt sich wieder und sucht nach ihrer „Wahrheit“. Beruhend auf einer wahren Begebenheit, erzählt Seigle einfühlsam und poetisch das Leben Paulines - lesenswert!

Jean-Luc Seigle: Ich schreibe Ihnen im Dunkeln. Roman. Aus dem Französischen von Andrea Spingler, C.H. Beck 2017, 207 Seiten. 19,95 Euro

Bestellen

 

6078316700001Z

Leseprobe

Eigentlich soll der Reporter David Jakubowicz die nächste Maschine von Hongkong nach Afghanistan  nehmen, um für seinen Arbeitgeber - eine große, überregionale Zeitung aus München  - über das schreckliche Unglück zu berichten. Zwei Bomben wurden von US-Kampfjets auf einen LKW mit Kindern am Fluss Taloqan abgeworfen. Den Befehl dazu gab Robert Westphal, ein deutscher Kommandat. Aber warum? Und wohin ist Westphal verschwunden?  Regierung und Geheimdienst vertuschen den Fall. David wurde zur selben Zeit Opfer eines Anschlags und liegt  bewegungsunfähig in einer Hongkonger Klinik.  Die CIA-Agentin, die neben ihm im Auto saß, ist tot. David reist schließlich nach Afghanistan um Licht ins Dunkel zu bringen… Ein extrem spannend und gut erzählter Erstling!

Achim Zons: Wer die Hunde weckt. Thriller. C.H. Beck 2017. Klappenbroschur, 399 S., 14,95 Euro. Erscheint am 16. Februar!

Bestellen

 

5793341000001Z

Leseprobe

Die Geschichte von Loretta spielt in den 1970er Jahren. Sie wächst in einer streng- fundamentalistischen Mormonengemeinde auf, in der Polygamisten die „wahre Lehre“ hochhalten. Loretta versucht früh die Flucht aus einer solchen Kindheit, indem sie sich nachts heimlich mit ihrem Freund Bradshaw trifft. Sie fliegt auf und muss den Polygamisten Dean heiraten. In einem zweiten Erzählstrang lernt der Leser Jason kennen, der ebenfalls in einer mormonischen Gemeinde lebt, die nicht polygamistisch, dafür nicht weniger fundamentalistisch-streng ist. Lorettas, Jasons und Bradshaws Wege kreuzen sich. Ihre Flucht schildert der Autor in einer tragisch-komischen Roadstory. Das Buch vermittelt sehr eindrücklich die bedrückenden Zustände unter denen die Figuren leben und wie sie  versuchen, sich daraus zu befreien.

Shawn Vestal: Loretta. Roman. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Verena Kilching, Kein & Aber 2017,  400 Seiten, 24 Euro 

Bestellen

 

5762728800001Z

Leseprobe

Dies ist ein Berlin-Roman der etwas anderen Art - Prenzlauer Berg trifft Fernost. Wer den Kiez kennt, dem kommen sofort die kleinen Gemischtwaren-Läden des Szene-Viertels in den Sinn, in denen man fast rund um die Uhr einkaufen kann und die von tüchtigen Menschen aus dem asiatischen Raum betrieben werden. So einen Laden betreibt im Roman der studierte Archäologe Sung. Er versorgt die Bewohner nicht nur mit Dingen des täglichen Bedarfs sondern setzt auch Trends mit Folklore-Artikeln aus Vietnam. Der eigentliche Star ist jedoch eine vietnamesische Holzpuppe, die in einer Grundschule Lehrer wie Schüler begeistert. Mit ihr nimmt die „anarchisch-kreative“ Verwandlung des Viertels seinen Anfang und auf einmal herrscht gute Laune in der Hauptstadt. Witzig, geistreich und sehr unterhaltsam ist diese Utopie, die endlich im Taschenbuch zu lesen ist.

Karin Kalisa: Sungs Laden. Roman. Droemer/Knaur 2017, 256 Seiten, 9,99 Euro

Bestellen

 

 6195856400001Z

Übermut tut selten gut!Leider muss Pipì sein kleines rosa Schwänzchen einbüßen. Hätte er bloß nicht versucht, das Krokodil an der Nase zu kitzeln. Vor Scham wandert das kleine rosa Äffchen fort aus dem Hullabaluh Wald, und damit beginnen Tage voller Abenteuer für den frechen Affen. Carlo Collodi schrieb „Die Abenteuer von Pipì" gleich nach dem „Pinocchio“ und tatsächlich lassen sich Ähnlichkeiten der Protagonisten erkennen. Der ausführliche und informative Anhang des Buches informiert über den Autor, das Buch und seine Bearbeitung. Ein kleiner Schatz der italienischen Literaturgeschichte wurde hier gehoben, den Axel Scheffler mit seinen unverwechselbaren Bildern fröhlich illustriert hat.

Carlo Collodi: Pipi, der kleine rosarote Affe. Bearbeitet und behutsam erweitert von Alessandro Gallenzi. Aus dem Englischen übersetzt von Nicola T Stuart, mit Illustrationen von Axel Scheffler. Jacoby& Stuart 2017, 128 Seiten, 13 Euro. Zum Vor- und Selberlesen. Ab 6 Jahren empfohlen.

Bestellen