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Bücherbrief der Sendlinger Buchhandlung im Mai 2018 

 

 Keyserling

Leseprobe

Eduard von Keyserling, Graf, Schriftsteller und alternder Dandy weilt zur Sommerfrische am Starnberger See. Auch der Maler Lovis Corinth ist zu Gast in Max Halbes Sommerhaus und porträtiert den von einem unsteten Leben und Krankheit gezeichneten Grafen. In diesem Porträt gelingt es Corinth, einen Hauch der geheimnisumwitterten Vergangenheit Keyserlings einzufangen, doch über die wahren Geschehnisse schweigt der Graf. Bis die Vergangenheit ihn eines Sommerabends doch einholt, in Gestalt einer durchreisenden Sängerin...

Modick zeichnet Keyserling als alternden Lebemann, der sich des Anachronismus, sowohl seiner Person als auch des Adels aus dem er stammt, bewusst ist. Einst wählte er ein Leben als Schriftsteller, frei von Konventionen und oft in finanziellen Nöten. Doch immer bleibt er Ästhet, liebt elegante Kleidung, gutes Essen, und Schönheit. Voller Witz und Ironie geschrieben, mit leiser Melancholie und Sympathie für die Schwächen seiner Protagonisten, ist Modicks Roman intelligente Unterhaltung und ein wahres Lesevergnügen.

Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis. Roman. Kiepeneuer & Witsch 2018, 240 Seiten, 20 Euro

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Manotti

Die Kommissarin Noria Ghozali ermittelt unfreiwillig  in der Abteilung Wirtschaftliche Sicherheit und verfolgt dort die Aktivitäten des Energiekonzerns Orstam.  Die amerikanische Power Energy will Orstam übernehmen. Noria Ghozali und ihr Team ermitteln unter Hochdruck, doch die Berichte lassen die Regierung vollkommen kalt. Bei Orstam rückt derweil die entscheidende Aktionärsversammlung näher. Power Energy versucht, gewisse Orstam-Mitarbeiter ins Boot zu holen oder unschädlich zu machen. Der Roman wurde inspiriert durch die „Alstom-Affäre“, den Kauf der Energiesparte des französischen Konzerns durch den US-Konkurrenten General Electric. Dabei schildert Manotti in einem klug austariertem Plot den Sumpf aus Unternehmerhandeln, Regierungspolitik und Geheimdienstaktivitäten.

Dominique Manotti: Kesseltreiben. Übersetzt von Iris Konopik, Ariadne im Argument Verlag 2018, 320 Seiten, 19 Euro

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Ventoux 

Leseprobe

Bart, Peter, David, Joost und André sind beste Freunde seit Kindheitstagen.  Was sie zudem verbindet ist ein Mädchen namens Laura und eine gemeinsame „Besteigung“ des Mont Ventoux mit dem Rad 1982 - die legendäre Etappe der Tour de France. Damals waren sie 18 und Draufgänger, außerdem verliebt in Laura. Durch ein tragisches Unglück kehren nur vier von ihnen zurück. Danach verlieren sie sich aus den Augen, Laura verschwindet spurlos. Eines Tages treten Joost, David und André wieder in Barts Leben. Auch Laura taucht überraschend auf - sie will die Männer ein zweites Mal auf dem Ventoux treffen und über die Ereignisse von damals sprechen. Mit den Rädern auf dem Autodach fahren sie gemeinsam in die Provence, voller Hoffnung auf Antworten. Ein sehr unterhaltsamer Roman über Freundschaft, Sehnsüchte und die Leidenschaft fürs Radfahren!

Bert Wagendorp: Ventoux. Roman. Übersetzt von Andreas Ecke. btb 2018. 320 Seiten, 10 Euro

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Lars 

Die schüchterne Amanda liebt Adam. Adam liebt Amanda aber nicht. Stattdessen wird Amanda, eine gute Schülerin, von ihrer Lehrerin gebeten, die Patenschaft für Lars zu übernehmen. Lars hat ein Downsyndrom und muss deshalb besonders betreut werden. Es ist an Amandas Schule üblich, dass die Kinder der oberen Klassen sich um die neu eingetretenen Mitschüler kümmern.  Amanda zweifelt sehr daran, ob sie stark genug ist, dieser Aufgabe und Verantwortung gerecht zu werden. Sie hat Angst, durch die Betreuung von Lars selber zum Außenseiter oder gar gemoppt zu werden. Dabei verbringt sie gerne Zeit mit Lars denn sie haben viel Spaß gemeinsam. Als es wegen Lars zu einem Konflikt in der Klasse kommt, muss sie Stellung beziehen - und stellt sich gegen ihn. Themen wie Inklusion und Anderssein werden hier wunderbar leicht erzählt.

Iben Akerlie: Lars, mein Freund. Roman. Aus dem Norwegischen übersetzt von Ina Kronenberger. dtv Reihe Hanser 2018, 256 Seiten, 12,95 Euro. Ab 10  bis 14 Jahren.

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Hausbuch

Wer noch kein Hausbuch zu Festen und Feiertagen zuhause hat, kann das mit diesem liebevoll gestalteten Buch aus dem Gerstenberg Verlag jetzt nachholen. Warum müssen wir am Tag der Arbeit nicht arbeiten? Warum heißt es Rosenmontag? Und wer sind eigentlich die Eisheiligen? Im Jahresverlauf begegnen uns viele Feiertage und Feste. Dieses Buch bietet einen Fundus an Erklärungen, Hintergründen und Einordnungen zu den freien Tagen und Festen im Jahr - auch anderer Kulturen. Ergänzt werden die Texte durch Lieder, Spiele und Gedichte zu den jeweiligen Feier-Tagen. Die Feste können kommen! Ein schöner Wissensschatz und ein passendes Geschenk für die ganze Familie. 

Ilka Solkolowski: Wir feiern durch das ganze Jahr. Das Hausbuch der Feste und Bräuche. Illustrationen von Sophie Schmid. Gerstenberg Verlag 2018, 112 Seiten, 25 Euro.

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