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Nichts als Lügen

Honig

Serena Frome, schön, klug und eine leidenschaftliche Leserin, schließt gerade ihr Mathematik-Studium in Cambridge ab, da wird sie für den M15, den britischen Inlandsgeheimdienst rekrutiert. Man schreibt das Jahr 1972, der Kalte Krieg ist noch nicht vorbei und die Sphäre der Kultur ist ein umkämpftes Schlachtfeld. Der M15 will Schriftsteller und Intellektuelle fördern, deren politische Gesinnung der Staatsmacht genehm ist. Die Operation trägt den Codenamen „Honig“. Serena ist die ideale Besetzung, um den literarischen Zirkel eines aufstrebenden jungen Autors zu infiltrieren. Zunächst liebt sie seine Erzählungen, dann beginnt sie, den Mann zu lieben. Aber wie lange kann sie dieses falsche Spiel spielen? Und sie ist nicht die einzige, die lügt wie gedruckt. Eine geistreiche, rasant erzählte Geschichte, die uns viel Lesevergnügen bereitet hat.

Ian McEwan: Honig. Roman. Aus dem Englischen von Werner Schmitz, 464 S., Diogenes Verlag 2013, 22,90 Euro

Auch als Hörbuch (34,90 Euro) und ebook (20,99 Euro) erhältlich.

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 Buchmesse-Schwerpunkt Brasilien

 Auf der Suche

Flut

Sein Vater erschießt sich, und was ihm bleibt, sind der alte Schäferhund und eine vage Sehnsucht nach Läuterung. Er bricht auf in den Süden und mietet sich in einem kleinen Ort an der Küste ein. Er findet Arbeit als Sportlehrer, lernt eine Frau kennen, unternimmt lange Wanderungen mit dem Hund, schwimmt Stunden am Stück ins offene Meer hinaus. Vor allem aber versucht er ein Familiengeheimnis zu ergründen. Sein Großvater hatte in der Gegend gelebt, bis er unter ungeklärten Umständen verschwand. Doch ein empfindliches Handicap erschwert ihm die Suche, eine neurologische Erkrankung, er kann Gesichter nicht wieder erkennen. Seine Nachforschungen jedenfalls scheinen die Anwohner aufzuschrecken, Gerüchte machen die Runde, wird er bedroht? Wem kann er trauen, wenn schon nicht sich selbst und seinen Wahrnehmungen? Allmählich begreift er, dass er das gleiche Schicksal wie sein Großvater zu erleiden droht. Und plötzlich steht ihm das Wasser bis zum Hals. Es heißt, Galera sei die wichtigste Stimme der heutigen brasilianischen Literatur – wir sind begeistert von diesem Roman, der fließt und strömt und eine zauberhafte Stimmung verbreitet.

Daniel Galera, geboren 1979 in São Paulo, lebt heute in Porto Alegre. Er hat Erzählungen, eine Graphic Novel und drei Romane geschrieben. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet, verfilmt und für das Theater adaptiert worden. Galera hat u. a. Zadie Smith, Jonathan Safran Foer, David Foster Wallace und Hunter S. Thompson übersetzt. Flut ist sein erstes Buch in deutscher Sprache.

Daniel Galera: Flut. Roman. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Nicolai von Schweder-Schreiner. 425 S., Suhrkamp Verlag 2013, 22,95 Euro

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Aus dem Schatten

pluharLeseprobe

Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Anna studiert an der Kunstakademie und träumt von einem Leben als Malerin bis sie sich Hals über Kopf in den attraktiven Studenten Seff verliebt. Vor seiner deutschnationalen Gesinnung verschließt sie die Augen, nicht ahnend, welche Konsequenzen diese auch für ihr Leben haben wird. Bald findet sie sich in Brasilien wieder, bei Kriegsbeginn zieht die Familie nach München. Am Ende wird sie drei Töchter geboren haben, doch ihr Mann bleibt fern und fremd. Einfühlsam beschreibt Erika Pluhar die Hoffnungen und Sehnsüchte einer jungen Frau, deren Leben einen unerwarteten Verlauf nimmt. Es ist das Leben ihrer Mutter bzw. ihrer Eltern, das sie erzählt. Aus diesem Leben ist ein sehr authentischer, fast privater Roman entstanden, den wir gerne gelesen haben.

Erika Pluhar: Im Schatten der Zeit. Roman. 254 S., Insel Taschenbuch 2013, 8,99 Euro

Auch als ebook (12,99 Euro) erhältlich.

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Kunst und Krieg

 narwalzahn

Konrad Bernheimer spürt der Frage der jüdischen Identität nach und gewährt Einblicke in den spannenden Alltag eines weltweit tätigen Kunsthändlers. Mitte des 19. Jahrhunderts zieht Lehmann Bernheimer nach München und baut auf der "Dult" seinen Stand für feine Kleiderstoffe auf. Daraus erwächst in wenigen Jahrzehnten eines der bedeutendsten Geschäfte des internationalen Kunst- und Antiquitätenhandels. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird die Familie verfolgt und kann sich in letzter Minute ins Exil nach Venezuela retten. Otto Bernheimer reist bereits im Herbst 1945 zurück nach Deutschland, um die Firma wieder aufzubauen. Sein Enkel Konrad Bernheimer führt das Unternehmen seit 1977 in vierter Generation, erwarb im Jahr 2002 in der Londoner Bond Street das Haus Colnaghi, die älteste Kunsthandlung der Welt, und ist heute einer der international führenden Kunsthändler für Gemälde des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts. Ein kurzweiliges und anekdotenreiches Buch über eine Kunsthändlerfamilie mit Münchner Wurzeln.

Konrad O. Bernheimer: Narwalzahn und Alte Meister. Aus dem Leben einer Kunsthändlerdynastie. 384 S., Hoffmann und Campe 2013, 25 Euro.

Auch als ebook erhältlich (19,99 Euro).

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Geheimnisvolle Glentleiten

Glentleiten

Hinten den Türen der alten Höfe, Mühlen und Almgebäude im Freilichtmuseum Glentleiten verbergen sich jede Menge Abenteuer für Kinder. Die Häuser erzählen Geschichten von ihren früheren Bewohnern und vom Leben auf dem Lande in vergangenen Jahrhunderten. Wie gut, dass Max von seinem Großvater das Geheimnis der Türen kennt und zusammen mit seiner besten Freundin Emily in die Vergangenheit blicken kann. Max und Emily werden zu Zeitreisenden. Die liebevoll illustrierten Abenteuer von Max und Emily werden umrahmt von den „Schlaumeierreien“, die die wichtigsten Informationen über die Häuser und deren Geschichte enthalten. Das perfekte Begleitbuch für einen Familienausflug nach Glentleiten!

Diana Hillebrand: Das Geheimnis der Türen. Max und Emily entdecken das Freilichtmuseum Glentleiten. Illustrationen von Martina Mair, 120 S., Volk Verlag 2013, 12 Euro, ab 4 Jahren.

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