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Sendlinger Bücherbrief im März 2016

 

 Unterleuten

In diesem Buch lauert das Unheil unter der scheinbar idyllischen Oberfläche… In der Nähe des brandenburgischen Dorfes „Unterleuten“ will eine Investmentfirma einen Windpark errichten. Das schürt böses Blut. Lang und gut verdrängte Streitigkeiten zwischen den Einwohnern kommen plötzlich an die Oberfläche. Zugezogene Berliner Aussteiger, die mit ihrer Arroganz und Ignoranz jedes Fettnäpfchen mitnehmen, rivalisieren mit kauzigen Originalen, die den Ort nach der Wende prägten und einen gewissen „Bestandsschutz“ für sich in Anspruch nehmen. Wendegewinner gegen Wendeverlierer? Im Dorf bricht jedenfalls schon bald die Hölle los. Dieser Roman wird als der Gesellschaftsroman des Jahres gehandelt - viel Vorschusslorbeeren für ein Buch mit 640 Seiten. Aber ja, lesen Sie dieses intensive, spannende und wichtige Buch über Mensch und Moral!

Juli Zeh: Unterleuten. Roman. 640 Seiten. Luchterhand Verlag 2016.  24,99 Euro. Ab 8. März erhältlich!

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 Wells

Der neue Roman des  in München geborenen Benedict Wells erzählt aus dem Leben von Jules. Er und seine beiden Geschwister Marty und Liz verlieren früh ihre Eltern bei einem Unfall. Alle Drei, grundverschieden und einander fremd, kommen gemeinsam in ein Internat, wo Jules Alva kennenlernt. Alva wird seine Vertraute, doch irgendwas an ihr bleibt geheimnisvoll. Die beiden verlieren sich aus den Augen, bis sie sich Jahre später zufällig wieder treffen. Endlich erfährt Jules ihr Geheimnis und er begreift, dass Alva ihm mehr bedeutet...
Uns hat dieses Buch in seiner Offenheit berührt. Das Leben von Jules wird ehrlich und schonungslos erzählt. Die Geschichte zeigt, was es heißt, mit einem schweren Schicksalsschlag leben und lieben zu lernen. Eine intensive Leseerfahrung auch deshalb, weil der Roman so viele autobiographische Anklänge hat…

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit. Roman. Diogenes Verlag 2016. 368 Seiten. 22 Euro

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Dieser Erzählband (!) hat 2014 auf der Frankfurter Buchmesse viel Aufmerksamkeit bekommen - zu Recht! Endlich sind diese existentiellen, lakonisch und cool erzählten Geschichten der Schauspielerin und Autorin Karen Köhler im Taschenbuch erschienen. Ihr Thema sind Menschen mit Grenzerfahrungen: eine gestrandete Tramperin verdurstet in der Wüste, während sich ihr Vater weit entfernt zu Tode säuft. Oder eine Frau, die 27 Tage lang auf einem Hochsitz hungert bis zum Selbstmord und alles in ein Tagebuch notiert. Diese Erzählungen sind nicht freundlich, dennoch entfalten sie eine Wucht, der man sich schwer entziehen kann. Das Buch zeigt, wie wertvoll und lohnend die Lektüre von Erzählungen sein kann.

Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt. Erzählungen. Ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis 2015 und dem Schubart-Literatur-Förderpreis 2015, dtv 2016, 248 Seiten, 9,90 Euro

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„Er brachte uns die coolen Dinge, die alle haben wollen, preisgekrönte Filme wie Toy Story, Oben und Findet Nemo. Wie konnte so ein Bilderstürmer der weltbeste Geschäftsmann werden?“ Dieses Buch erzählt seine Geschichte als Comic-Biographie in 13 Kapiteln. Zugegeben, es gibt bereits Biographien über Steve Jobs, diese jedoch wendet sich v.a. an Teens und junge Erwachsene, für die Smartphones und Tablets alltägliche Werkzeuge sind. Wie kam es dazu, dass der adoptierte Junge aus Kalifornien zu einem der berühmtesten Männer der Welt wurde?  Er liest und liest und hat eine große Begabung für höhere Mathematik. Der Rest ist Geschichte, aber die wird so anschaulich und lustig erzählt, dass sie jeden jungen Mensch ermutigt, der eigenen Intuition zu folgen und sein „Ding“ zu machen.

Jessie Hartland: Steve Jobs. Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders. Eine Comic-Biographie. Übersetzt von Ulrike Schimming. Fischer KJB 2016. 240 S., 16,99 Euro.

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Vom Glück des Moments und dem Wert der Freundschaft erzählt ein neues Kinderbuch von Martin Baltscheit („Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“/ Die Geschichte vom Löwen, der nicht schwimmen konnte“). Wildschwein und Fuchs sind beste Kumpels und wollen einer frisch geschlüpften Eintagsfliege, die nichts von ihrem Schicksal ahnt, den schönsten Tag ihres kurzen Lebens versüßen. Die tierischen Freunde verstricken sich in Lügen, um der Fliege nicht die traurige Wahrheit zu verraten, aber plötzlich nimmt die Geschichte eine überraschende Wende. Denn die flinke Fliege denkt, das letzte Stündlein des Fuchses hätte geschlagen…

Eine pointiert erzählte Geschichte ohne Schnörkel, die Spaß macht und ins Herz trifft.

Martin Baltscheit: Nur ein Tag. Illustrationen von Wiebke Rauers. Dressler Verlag 2016. 112 Seiten. 12,99 Euro. Ab 6 J. oder zum Vorlesen.

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